Das Ende von RapidWeaver.

RapidWeaver gibt es seit 2002 und es ist eines den praxisgerechtesten Werkzeuge mit denen man relativ unkompliziert gut funktionierende Webseiten erstellen kann. Aber der ganze RapidWeaver-Kosmos hat seine Grenzen – und ich fürchte, wir haben diese Grenzen mit der kommenden RapidWeaver-Version erreicht.

RapidWeaver war perfekt, um auf der Basis von vorgefertigten Vorlagen Webseiten zu erstellen. Wesentlich erweitert wurde das System durch das Stacks-Plugin, auf dessen Basis dann Drittanbieter nicht nur unzählige Einzellösungen, sondern auch einige recht komplexe Framework-basierte Lösungen entwickelt haben, mit denen man die Begrenztheit der Vorlagen sprengen konnte. Das umfassendste Konzept, mit dem ich selbst arbeite, war und ist die Foundation-Suite. Aber alles dreht sich letztlich um das Stacks-Plugin als Dreh- und Angelpunkt. Ohne Stacks geht gar nichts.

Die Zusammenarbeit des Stacks-Plugins mit RapidWeaver scheint mit der kommenden Version 9 bzw. RapidWeaver Elements aber an ein Ende gekommen zu sein.

Realmac will mit seiner neuen RapidWeaver-Version ein neues Konzept verfolgen. Es scheint so, dass durch eine neue Schnittstelle notwendig würde und dass damit sämtliche Stacks von Grund auf neu geschrieben werden müssten. Wohin die Reise genau geht, ist mir noch nicht ganz klar, aber für Drittanbieter scheint es so schwierig zu werden, dass Isaiah Carew, der Entwickler, der hinter dem Stacks-Plugin steckt, zumindest recht deutlich angedeutet hat, das Stacks-Plugin nicht mehr für RapidWeaver weiterzuentwickeln.

Realmac hält dagegen und möchte mit einem eigenen in RapidWeaver integrierten Elements-Plugin etwas dem Stacks-Plugin vergleichbares anbieten. Inwieweit das eine bloße Kopie des Stacks-Plugins ist, mag dahingestellt sein, abgekupfert ist zumindest die hinter dem Stacks-Plugin steckende Idee.

Über die Gründe für die Entscheidung von Realmac kann man nur spekulieren: Vielleicht ist es es so, dass Realmac das erfolgreiche Geschäft, das Isaiah seit vielen Jahren mit seinem Stacks-Plugin betreibt, nun mit seinem Elements-Plugin selbst machen möchte.

Damit wäre für mich das Ende von RapidWeaver gekommen, ein RapidWeaver ohne das Stacks-Plugin macht für mich keinen Sinn. Ich werde bei RapidWeaver Version 8 und Stacks 4 bleiben und es nutzen, solange es noch geht. Ein Update auf RapidWeaver 9 wird es unter den mir bislang bekannten Voraussetzungen nicht geben.

Der Buschfunk lässt allerdings verlautbaren, dass Isaiah, der Mann hinter dem Stacks-Plugin, mit Unterstützung einiger Drittanbieter-Entwickler, insbesondere Joe Workman, sein Stacks-Plugin zu einem eigenständigen Programm umbauen will. Am Ende soll es dann eine Stacks.app geben. Diese Stacks.app soll wie gewohnt mit allen auf Stacks basierenden Lösungen funktionieren und es soll auch eine Möglichkeit geben, mit RapidWeaver und Stacks erstellte Projekte in ein Stacks.app-Format zu portieren. Ein paar Informationen zu einschlägigen Planungen findest du hier:

Stacks 5 App FAQ

Hier ein paar wesentliche Punkte aus diesem Blogartikel:

  • Drittanbieter-Stacks werden genutzt werden können, da sich am bekannten Software-Backend des Stacks-Plugins nichts ändern wird
  • Alle Stacks werden in der Stacks.app funktionieren, ebenso werden alle Partials, Externals oder bereits mit dem Plugin erstellten Inhalte funktionieren
  • Bestehende Projekte sollten portierbar sein, aber es wird einige Unterschiede im Detail geben

Der einzige Drittanbieter-Entwickler, der bislang angekündigt hat, noch für RapidWeaver weiterzuarbeiten ist Elixirs mit seiner Foundry-Suite. Er will parallel für RapidWeaver Elements und Stacks.app entwickeln. Die meisten anderen Entwickler lehnen zum derzeitigen jedoch ab, noch für RapidWeaver zu entwickeln. Ob das Konzept mit Elements unter diesen Voraussetzungen funktioniert, sei dahin gestellt.

Soweit ist das erst einmal beruhigend, aber wann das soweit ist, mag dahin gestellt sein. Immerhin ist Isaiah ein Einzelkämpfer mit begrenzten Ressourcen - und da sind wir bei einem Grundproblem dieser „kleinen“ Software-Lösungen:

Viele kleine, durchaus hervorragende und unverzichtbare Programme werden von Einzelkämpfern entwickelt. Die Frage, was passiert, wenn so ein einsamer Entwickler vom Bus überfahren wird (was man ihm nicht wünscht), ist völlig offen. In der Regel bedeutet es den Tod des Programms, wenn sich niemand anderes findet, der das Programm übernimmt - und das ist in diesen Fällen nur selten sichergestellt.

Bildquelle: Pexels