Eine ganze Halle war nur den E-Bikes gewidmet und das was man hier zu sehen bekam, war in seiner Fülle faszinierend, teils aber auch grottig und man fragt sich, wie es so etwas je auf den Markt schaffen soll. Und teilweise war es geradezu verstörend wenn ein E-Bike für satte € 27.000 angeboten wird, das noch dazu grottenhäßlich ist. Immerhin soll es bis zu 90 km/h schnell sein...

Faszinierend war aber die Vielfalt, die sicherlich von chinesischen Herstellern dominiert war, aber es gibt für (fast) jedes denkbare Problem eine Lösung. Im Fahrradmarkt ist derzeit ungeheuer viel Bewegung drin und das macht berechtigt Hoffnung auf eine echte Mobilitätswende - abseits bescheuerter Leukoplastpflaster gegen den Verkehrkollaps.

Eine Mobilitätswende wird kommen müssen. Noch 10 oder gar 15 Jahre so weiter können wir uns nicht erlauben - unsere Städte sind jetzt schon zum Bersten voll. Werft den KFZ-Verkehr endlich aus den Städten, nehmt dem Auto Platz weg und gebt es den Radfahrern, Fußgängern und dem ÖPNV. Lasst nur KFZ für den Lieferverkehr und die Fahrzeuge der Anwohner in die Städte!

Sperrt die Parkhäuser für Autofahrer, die nicht in den Innenstädten wohnen und gebt den frei werdenden Parkraum den Anwohnern der Innenstädte, damit deren Autos endlich von den Straßen wegkommen und hier der gewonnene Platz zum Leben frei wird. Und baut die restlichen Parkhausplätze in Fahrradparkhäuser um.

Wer mit dem Auto in die Innenstadt fahren will, soll einen Grund haben, der gesellschaftlichen Interessen dient - und wenn nicht, soll er dafür zahlen. Warum nicht eine City-Maut einführen, die richtig weh tut (€ 30,00 und mehr halte ich für durchaus angemessen) und die in den Ausbau der Radwegeinfrastruktur und des ÖPNV fließt...?

Nehmt den Autos ganze Fahrspuren weg und lasst Fahrräder darauf fahren - das sind dann ernstzunehmende Radwege anstelle dieser hingepinselten "Schutz"streifen, von denen man den Eindruck hat, dass derjenige, der sie geplant hat, nie selbst auf dem Fahrrad gesessen hat.

Und und und...

Es wäre so vieles möglich. E-Scooter werden jedenfalls keine Verkehrswende bringen, sondern allenfalls für eine weitere Gefährdung der "anderen Verkehrsteilnehmer" führen und damit der Verkehrswende eher im im Weg stehen ("andere Verkehrsteilnehmer" sind in der Straßenverkehrsordnung all das, was nicht Auto, Motorrad oder Mopped ist - womit deutlich wird, welchen Stellenwert man allen jenen gibt, die nicht Auto, Motorrad oder Mopped fahren...)

Die Eurobike 2019 hat jedenfalls gezeigt, dass das Fahrrad eine ernsthafte Konkurrenz zum Auto geworden ist - in der Stadt sowieso.