Ich erstelle Webseiten für kleine und mittlere Unternehmen, aber auch für Einzelpersonen - und das tue ich auch weiterhin.

Was ich jedoch nicht mehr mache: Ich erstelle keine RapidWeaver-Projekte mehr, die ich dem Kunden dann zur weiteren Bearbeitung übergebe. Ich habe das jahrelang gemacht, weil mir RapidWeaver am Herzen liegt und ich möchte, dass am Ende sauber aufgebaute Projekte damit erstellt werden. Doch die Erfahrungen, die ich damit machen durfte, waren  wenig erfreulich und der Aufwand hoch. Wirklichen Gewinn hat am Ende keiner gehabt - weder ich noch der Kunde.

Tatsächlich endete eine solche Projektübergabe nicht selten in einer Katastrophe und ich habe immens Zeit investieren können, um die Fehler, die der Kunde nachher in Eigenregie eingebaut hat, aufzufinden und zu beheben. Mindestens zwei Kunden haben sich auf diese Weise ihr Projekt komplett zerschossen - da half auch mein bemühter Support und meine Nacharbeit nicht viel. Ein Kunde hat sogar ein CMS unrettbar direkt auf dem Server zerschossen, weil er in Serververzeichnissen herumpfuschte. Aber sah sich aus beruflichen Gründen als technisch begabt an, übersah aber, dass Webdesign nichts mit seinem alltäglichen Arbeitsgebiet zu tun hatte.

RapidWeaver ist ein Programm, das sich -wenn man den Versprechen des Anbieters glaubt- perfekt dafür eignet, Webseiten im Do-it-Yourself-Verfahren zu erstellen. Grundsätzlich ist diese Behauptung nicht falsch, aber die Lernkurve ist im Laufe der Jahre so hoch geworden, dass das nicht mehr nebenbei zu erledigen ist. Mit RapidWeaver 2, 3 und vielleicht auch 4 war das sicher kein großes Problem, aber die Anforderungen an eine Webseite haben sich in den letzten Jahren derart potenziert, dass eine Webseite nicht mehr ohne fundierte Kenntnisse darüber wie das Web, eine Webseite oder Suchmaschinenoptimierung funktioniert, zu erstellen ist. Und RapidWeaver selbst ist im Laufe der Jahre eher zu einem professionell nutzbaren Websitebuilder geworden und hat sich vom Hilfsmittel für den "Bastler" deutlich entfernt.

Nichts gegen Leute, die Spaß daran haben, ihre Webseite selbst zu erstellen - wer es aus Spaß und Interesse am Webdesign macht, soll es auch weiterhin tun, hier kann ich auch gerne Support bieten. Wer jedoch meint, mit dem Selbstbau Geld zu sparen, ist auf dem Holzweg. Wer Geld sparen möchte, sollte sich besser eines Websitebuilders bedienen, wie er vielen Hostern angeboten wird; i.d.R kostet die Nutzung dieser Baukästen noch nicht einmal Geld . Hier kann man mit Hilfe einiger Vorlagen und begrenztem Aufwand eine Webseite "zusammenklicken".

Die meisten Kunden wissen nichts über über Designregeln und auch nichts über Suchmaschinenoptimierung oder die technischen Anforderungen an eine Website. Um eine gut funktionierende Webseite zu erstellen, müssten sie sich mit dem Thema in der Tiefe vertraut machen, aber normalerweise hat kein Kunde diese Zeit und meist auch kein Interesse daran. Meist endet so ein Vorhaben im Versuch, mit ein paar Klicks etwas zu tun, das auf dem Frontend gut aussieht, aber im Backend nicht funktioniert.

Webdesign ist kein Plakate kleben im Internet, auch wenn das auf den ersten Blick so erscheinen mag. Das Problem ist, dass die meisten das nicht wirklich wissen - für die meisten ist Webdesign so etwas wie eine Zahlenmalerei: Ein Punkt hier, eine Zeile dort, etwas Text, ein paar iPhone-Bilder und fertig ist die Website.

Vergleiche das mal mit anderen Branchen: Als Nichtfachmann gehe ich auch nicht in eine Werkstatt und bitte die Werkstatt, mir zu erklären, wie ich meine Bremsen reparieren kann oder mir einige der Werkzeuge zu leihen die ich dafür brauche. So etwas wird nicht funktionieren. Und Gallenoperationen auf dem heimischen Küchentisch verkneife ich mir auch - und sei die entsprechende Videoanleitung, die bei Youtube zu finden ist, auch noch so einprägsam.

Ich biete auch weiterhin Support für RapidWeaver-Nutzer bei konkreten Problemen an, aber wie oben schon geschrieben: Ich erstelle keine Projekte mehr zur weiteren Bearbeitung bzw. Fertigstellung durch den Kunden. Komplette Webseiten erstelle ich natürlich auch weiterhin im Kundenauftrag. Wer ein Projekt aber übernehmen möchte um später die Inhalte bearbeiten zu können, ist mit einem CMS, bei dem man die Inhalte im Browser bearbeiten kann, besser bedient. Darüber können wir gerne sprechen.

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