Der Quellcode im oben angezeigten Screenshot stammt aus der Webseite einer lokalen Arztpraxis. Auch wenn diese Seite nicht mit RapidWeaver, sondern mit Typo erstellt wurde - sie repräsentiert so ziemlich das, was passiert, wenn man das Potential der Meta-Tags nicht berücksichtigt oder falsch einsetzt. Schade drum...

Grundsätzlich: Die einzigen Meta-Tags, die direkt suchmaschinentechnische Relevanz haben, sind:

  • das Title-Tag
  • das Robots-Tag
  • das Description-Tag

Den Rest kann man sich weitgehend sparen. Schauen wir uns aber einmal die bemüht angewandten Meta-Tags aus dem obigen Beispiel an und gehen den Head-bereich des Quelltextes von oben nach unten durch:

 

Description-Tag

Es dürfte neben dem Title-Tag das wichtigste Meta-Tag sein - aber es fehlt auf dieser Seite.

Das Description-Tag hat zwar wohl keinen direkten Einfluss auf das Ranking einer Seite (obwohl das durchaus diskutiert wird), aber es liefert eine Kurzinformation über den Webseiteninhalt. Diese Kurzinformation wird von Google & Co übernommen und auf den Suchergebnisseiten angezeigt. Der Nutzer einer Suchmaschine sieht diese Beschreibung und kann nun entscheiden, ob ihn der Eintrag, der sich hinter der Beschreibung verbirgt, interessiert oder nicht. Und genau hierin liegt das Potential der Description:

Die Description ist der Appetizer mit dem man einen Suchmaschinennutzer auf die eigene Seite zieht. Und entsprechenden Aufwand sollte man bei der Gestaltung dieses kurzen Textinhaltes aufwenden.


Author-Tag

Grundsätzlich nicht unwichtig, aber bei einer Praxiswebseite völlig ohne Relevanz. Und zur Einordnung bei den Datenbanken, also für's Ranking spielt dieser Tag keine Rolle. Und außerdem: Es kann Sinn machen, das Author-Tag zu nutzen, aber nicht, indem man einfach seinen Namen hier hinein schreibt, sondern indem man das author-tag mit einem Google+ Account verknüpft. So, wie das hier gemacht wurde, ist das Quatsch

 

Keywords-Tag

Keywords sind das am häufigsten falsch verstandene und falsch eingesetzte Tag.

Keywords haben im Tag-Bereich einer Webseite nichts mehr verloren, die wesentlichen Suchmaschinen lesen sie nicht mehr aus. Man kann sie sich also sparen. Wenn dann Keywords aber auch noch falsch geschrieben werden, wird's peinlich.

 

Generator-Tag

Gut, hier steht nicht “RapidWeaver”, sondern “Typo” - aber die Seite wurde ja auch mit Typo erstellt. Sinn macht dieses Meta-Tag keinen - außer dass irgendwelche Nerds im Quelltext nachschauen können, mit welchem Programm die Webseite erstellt wurde.

In RapidWeaver ist das Generator-Tag grundsätzlich aktiviert (man sieht das im Seiteninspektor, hier ist im Bereich “Kopfzeile” ein Häkchen bei “Credit RapidWeaver” gesetzt. Man kann das getrost deaktivieren.

Was falsch ist.

Title-Tag

Neben der Description ist dieses Title-Tag aus Sicht der Suchmaschinen das wichtigste Element im Head. Was aber wurde hier gemacht: Eine sinnlose Aneinanderreihung von Einzelbegriffen, noch dazu falsch geschrieben weil nicht kommagetrennt.

Sicher, das im Title sollten sollte Keywords nutzen werden (ja, genau hier sind sie wichtig), aber da das Title-Tag im Browser sichtbar ist, muss das auch ein sinnvoll gestalteter Text sein und nicht eine solche Auflistung von Einzelbegriffen.


Was fehlt:

Robots-Tag

Das Robots-Tag macht durchaus Sinn, denn es weist den Crawler der Suchmaschine an, ob er diese Seite in die Datenbank der Suchmaschine aufnehmen soll oder nicht. Der Crawler frisst aber ohnehin alles, was ihm nicht ausdrücklich verboten wurde und deshalb ist völlig sinnbefreit, ihm mit “index, follow” zu sagen, er möchte diese Seite crawlen. Er macht das sowieso. Viel wichtiger ist es, bestimmte Seiten vom Crawlen auszunehmen - dies ist umso wichtiger, je umfangreicher ein Webauftritt wird.

Man kann auf dieses Tag verzichten, wenn man eine eigene Textdatei mit der Bezeichnung robots.txt in der Rootebene der Webseite ablegt, aber die fehlte bei dieser Seite auch.


Was gerne gemacht wird, aber nicht wirklich nützt:

Rating-Tag

Mit dem Rating-Tag kann man, rein theoretisch, die Webseite für eine bestimmte Altersgruppe freigeben bzw. sperren. Erwartet wird, das Suchmaschinen die Seiten einer bestimmten Altersgruppe vorenthalten. Das funktioniert jedoch nicht wirklich - denn wie soll die Suchmaschine auch wissen, ob da nun ein präpubertärer 10-Jähriger oder ein überalterter 60-Jähriger am Rechner sitzt...?

 

Revisit-Tags

Mit “revisit” sollen Google & Co angewiesen werden, die Webseite nach ein paar Tagen erneut zu crawlen. Hier wurde versucht festzulegen, dass der Crawler nach 7 Tagen erneut vorbeischaut. Die Absicht ist lieb gemeint und machte vor ein paar Jahren, als die Suchmaschinen noch sehr begrenzte Ressourcen hatten, auch Sinn. Aber Suchmaschinen lassen sich nicht vorschreiben, wann sie eine Seite erneut crawlen - sie machen es sowieso (oder eben auch nicht).

 

Expires-Tags

Mit “expires” wird ein Zeitraum bestimmt, für den eine Webseite aus einem lokalen Cache und nicht aus dem Internet geladen wird. Inhalte einer Webseite aus dem Internet zu laden, produziert jedesmal unnötigen Datenverkehr und verlangsamt den Seitenaufbau, daher wird sie im sogenannten "Cache" auf dem Rechner zwischengespeichert und bei Bedarf werden die Inhalte aus diesem Cache geladen. Wie lange die Inhalte im Cache verbleiben, wird mit einem Wert festgelegt. Wenn ist der Wert auf "0" gesetzt wird, nichts wird im Cache gespeichert - immer wird alles aus Internet nachgeladen. Das ist bei einer Seite, die sich nicht wirklich ändert, völlig sinnlos.

Und außerdem steuert man das besser durch Vorgaben in der .htaccess

 

Cache-Control-Tag

Mit “cache-control” soll Einfluss darauf genommen werden, ob eine Seite aus einem Zwischenspeicher des Browsers oder direkt vom Server des Webseitenbetreibers geladen werden soll. Das kann Sinn machen bei einer Seite, die sich häufig, vielleicht gar täglich verändert - aber ganz sicher nicht bei einer Seite, die weitgehend statisch im Internet verbleibt. Und Browser haben ohnehin ihre eigenen Cache-Einstellungen, wozu also doppelt-gemoppelt...? Cache-Control gehört ebenfalls in die .htaccess

Vergleichbares gilt übrigens für das “Pragma-Tag”, das die Zwischenspeicherung im Suchmaschinen-Cache steuern soll.

 

Copyright-Tag

Mit diesem Tag sollen die Urheberrechte am Webseiteninhalt definiert werden. Das aber ist geradezu lachhaft, denn wer Webseiteninhalte klauen will, tut das sowieso. Und in Deutschland gilt auch nicht das Copyright, sondern das Urheberrecht - und das gilt mit und ohne Hinweis auf das Copyright.

 

Last-Updated-Tag

Schön, wenn an dieser Stelle verzeichnet wird, wann die Seite zuletzt aktualisiert wurde. So kann sich der Seitenbesucher immer einen Eindruck davon verschaffen, wie gut die Seite gepflegt wird. Das Problem: Kein Seitenbesucher (außer ein paar kurzsichtigen Nerds) wird an dieser Stelle nachschauen. Wenn also schon ein Hinweis auf die letzte Aktualisierung sein muss, dann sollte das im sichtbaren Seitenbereich erfolgen und nicht dort, wo keiner hinschaut,


Conclusio

Schade um das verschenkte Potential. Wenn dann wie in diesem Fall der Webdesigner noch ein im Mediziner-Bereich nicht ganz unbekannter Anbieter ist, wird's traurig. Der Mann (ja, es ist ein Mann) versteht sein Handwerk nicht und der Arzt, der die Webseite in Auftrag gegeben hat, erkennt die Fehler nicht, denn an der sichtbaren Oberfläche fallen die Fehler nicht auf.

Verschärft wird das Ganze noch dadurch, dass jener Webdesigner und Marketing-Experte, eigentlich alle seine Praxiswebseiten mit den weitgehend gleichen Inhalten und dem gleichen Unterbau ausstattet, die Inhalte werden einfach per Copy-Paste von einer zur anderen Seite übernommen und marginal angepasst. So wird Duplictae Content produziert, den die großen Suchmaschinen im schlimmsten Fall sogar abstrafen. Eine solche Praxiswebseite hätte man sich aus suchmaschinentechnischer Sicht fast sparen können.

Sicher, das oben geschriebene ist Kollegenschelte, die man sich vielleicht verkneifen sollte, aber ein Diletantismus wie in dieser (und auch den anderen Seiten) Seite ist fast schon dreist zu nennen, v.a. weil hier viel Geld für wenig Gegenwert verlangt wird. Professionelle Arbeit sieht anders aus.

 

Und was hat das alles mit RapidWeaver zu tun?

Auch RapidWeaver legt Meta-Tags an - und die Nutzung der Meta-Tags ist hier sogar sehr einfach und praxisgerecht möglich. Einfach in den Seiteninspektor gehen - dort in Kopfzeile. Hier gibt es einen Bereich, in welchem sich die Meta-Tags bequem anlegen und editieren lassen.

Und das sollte man auch sinnvoll nutzen. Aber man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren - und das ist an dieser Stelle v.a. einmal das “DESCRIPTION-Tag”.